unregelmäßige Zyklen · stärkere Blutungen · kürzere Abstände · Zwischenblutungen
Der Zyklus, der über Jahre berechenbar war, wird plötzlich unruhig.
Mal kommt die Blutung früher.
Mal später.
Manchmal stärker.
Manchmal bleibt sie aus.
Und viele Frauen fragen sich:
„Ist das noch normal – oder muss ich mir Sorgen machen?“
Was im Körper wirklich passiert
In der Perimenopause werden Eisprünge unregelmäßiger.
Ohne Eisprung wird kein Progesteron gebildet.
Progesteron ist das Hormon, das nach dem Eisprung die Gebärmutterschleimhaut stabilisiert und wieder abbaut.
Fehlt es, wirkt Östrogen zeitweise „allein“ auf die Schleimhaut.
Die Folge kann sein:
- stärkere Blutungen
- längere Blutungsdauer
- kürzere Zyklen
- Zwischenblutungen
Das nennt man eine relative Progesteroninsuffizienz.
Das ist häufig.
Aber nicht automatisch harmlos.
Was unbedingt abgeklärt werden muss
Starke oder veränderte Blutungen gehören ärztlich eingeordnet, insbesondere bei:
- sehr starken Blutungen (z. B. Wechsel alle 1–2 Stunden)
- großen Blutgerinnseln
- Eisenmangel
- Blutungen nach Geschlechtsverkehr
- Blutungen nach längerer Pause
- Blutungen nach der Menopause
Denn ähnliche Symptome können auch auftreten bei:
- Myomen
- Polypen
- Endometriumhyperplasie
- selten: Endometriumkarzinom
Wechseljahre sind keine Ausschlussdiagnose.
Eisen nicht vergessen
Starke oder häufige Blutungen können zu Eisenmangel führen.
Symptome können sein:
- Erschöpfung
- Haarausfall
- Konzentrationsprobleme
- Herzklopfen
Ferritin wird nicht automatisch immer geprüft.
Ein gezielter Eisenstatus ist sinnvoll.
Blind Eisen einzunehmen ist nicht ratsam – erst messen, dann substituieren und die richtige Wahl der Eisenverbindung (Eisenbisglycinat oder sucromales Eisen wählen).
Was therapeutisch möglich ist
1. Zyklusregulation durch Gestagene
Progesteron oder synthetische Gestagene können:
- Blutungsstärke reduzieren
- Schleimhaut stabilisieren
Das erfolgt immer ärztlich gesteuert.
2. Hormontherapie (HRT) / Bioidentische Hormonersatztherapie
In der Perimenopause kann eine kombinierte HRT:
- Östrogen ausgleichen
- Progesteron stabilisieren
- Blutungen regulieren
Wichtig:
Progesteron ist nicht „optional“, wenn eine Gebärmutter vorhanden ist.
Es schützt die Schleimhaut vor Überwucherung.
Bioidentisches Progesteron wird meist oral als Kapsel eingenommen.
In bestimmten Fällen kann es auch vaginal angewendet werden (teilweise Off-Label).
3. Pflanzliche Optionen
Bei leichter Zyklusinstabilität können standardisierte Phytopharmaka erwogen werden, z. B.:
- Mönchspfeffer (Agnus castus)
Wichtig:
Mönchspfeffer wirkt auf die Hypophysen-Hormonachse.
Nicht eigenständig kombinieren mit hormonellen Therapien ohne Rücksprache.
Standardisierte Arzneimittel bevorzugen – keine unklar dosierten Nahrungsergänzungsmittel. Achte hier auf Auszugsmittel es Extraktes und mg Angabe des Wirkstoffes.
Wann man nicht abwarten sollte
- Blutung nach 12 Monaten ohne Periode
- starke Schmerzen
- Fieber
- Kreislaufprobleme
Hier ist sofortige Abklärung erforderlich.
Fazit
Unregelmäßige Blutungen sind in der Perimenopause häufig.
Aber sie sind nicht automatisch „normal“.
Ein strukturierter Blick schützt vor Bagatellisierung –
und vor unnötiger Angst.
Der Besuch und die Beratung durch deinen Arzt ist hier zwingend erforderlich.

